ISO 9001: Was die Führung toleriert, wird zur Kultur
Shownotes
ISO 9001:2026 nimmt die Chefetage in die Pflicht: Ethisches Verhalten und Qualitätskultur werden ausdrücklich Aufgabe der obersten Leitung, Risiken und Chancen werden getrennt ausgewiesen. Nur — wie prüft man etwas, das nur in den Köpfen der Mitarbeiter existiert?
Prof. Patricia Adam und Auditor Dr. Markus Reimer antworten im O-Ton, und ihre Antworten fallen unbürokratischer aus als erwartet: kein Chancenbeauftragter, keine neue Stabsstelle — sondern Kommunikationsstrukturen, die Silos aufbrechen. Und Führungsverhalten, an dem sich Kultur mittelbar ablesen lässt.
Außerdem: der erste Nachhaltigkeitsbericht der DGQ, Adcole baut Wellenmessmaschinen künftig in Recklinghausen, ein IATF-16949-Fall aus dem Expertenforum zu zentralen Funktionen im Konzernschema, ESG als Steuerungsinstrument statt Berichtsstrang, zehn industrielle Anwendungsfälle der Anomalie-Detektion — und der 27. September, an dem die EmpCo-Regeln für Umweltaussagen verbindlich werden.
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00:00:09: Es kommen harte Zeiten auf die Qualität dazu, speziell auf die Excel-Fraktionen, die die Welt gern in Zeilen und Spalten sortiert.
00:00:17: Denn die neue ISO-Nahntausend eins zwanzig sechsundzwanzig schickt sie in Meetings mit den chronisch regelerversen Kreativköpfen aus dem Business Development!
00:00:26: Und als wäre das nicht genug, künftig soll auch die Unternehmenskultur ins Audit.
00:00:32: Kultur!
00:00:33: Ein Prüfgegenstand ohne Konturen.
00:00:35: Der existiert nur in den Köpfen der Mitarbeiter.
00:00:38: Wie soll es gehen und warum überhaupt?
00:00:41: Die Antwort steht in der Revision der meistverbreiteten Management-Norm der Welt der ISO Nr.A.
00:00:48: Erwartet für Herbst, zwanzig sechsundzwanzig.
00:00:50: Übrigens frisst voraussichtlich bis zwanzich neunundzwantzig.
00:00:54: Zwei Dinge sind neu Risiken und Chancen werden nicht mehr in einem Atemzug abgehandelt, sondern getrennt ausgewiesen.
00:01:01: Die Chance bekommt jetzt ihren eigenen Platz am Tisch!
00:01:04: Und ethisches Verhalten und Qualitätskultur sind jetzt Chefsache wörtlich – die oberste Leitung muss sie fördern und vorlieben.
00:01:13: Was passiert wenn Chancendenker- und Risikowächter nicht miteinander reden?
00:01:17: Hat Frau Prof.
00:01:18: Patricia Adam oft genug
00:01:20: gesehen?!
00:01:21: Zum einen haben wir meistens das Problem, dass wenn ich ein Risikomanagement und halt so'n Business Development getrennt habe.
00:01:26: Dass die Sachen unabgestimmt auf die oberste Leitung runterkommen.
00:01:29: Und dann sagen die Risiko-Manager, da ist noch gefährlich, kann man nicht machen, woran die Chancenmanagement sagen?
00:01:33: Also, Business Development, das müssen wir unbedingt machen!
00:01:37: So, und die oerste Leitung steht da und sagt toll, ich hab zwei völlig unabbestimmte Varianten... Was mache ich jetzt
00:01:45: damit?!
00:01:46: Ich habe Frau Prof.
00:01:47: Adam auf einem Kongress getroffen und ihre Therapie ist bemerkenswert unbürokratisch, keine neue Stabstelle, kein Chancenbeauftragter mit Dienstziegel.
00:02:01: Aber was ich schon brauche ist häufig Kommunikationsstrukturen, die ich systematischer gestalte.
00:02:05: Dass ich halt dafür sorge dass sie unterschiedlichen Perspektiven dabei sind, dass ich Informationen austausche, die im Moment teilweise in den unterschiedlichen Silos
00:02:14: lampen.".
00:02:14: Bleibt die Kultur?
00:02:16: Die lässt sich nicht aus Köpfen extrahieren – wohl aber am Verhalten der Führung ablesen!
00:02:22: Auf dem gleichen Kongress habe ich mit Dr.
00:02:23: Markus Reimer gesprochen.
00:02:24: er ist selbst Auditor und er kennt die Grenzen seines Handwerks.
00:02:29: Also das zu auditieren als externe Auditor, der da einmal im Jahr vorbeikommt.
00:02:33: Das ist nahezu unmöglich.
00:02:34: aber ich muss als Externer Auditor erkennen können dass in der Unternehmung was eine Rolle spielt.
00:02:40: Da ist ein Leitbilder wo es ja aus dem Kontext wirklich ergibt und man sagt da steckt Herzblut dahin und das in den Prozessen sich wieder finden.
00:02:45: Unternehmen ziehen sich wiederfinden und sagen da gibt's tatsächlich eben eine Relation dazwischen.
00:02:49: dann kann ich zumindest schon mal davon ausgehen, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass da gewisse Kultur ist wenn ich das so nachverfolge.
00:02:57: Also woran erkennt man dann gelebte Werte?
00:03:00: Nicht am Hochglanzleitbild, sondern an einer sehr bemerkenswerten Stelle.
00:03:05: Hier!
00:03:25: Die Sache ist am Ende einfach Es gibt kein Unternehmen ohne Qualitätskultur, was die Führung toleriert wird.
00:03:32: zu Kultur.
00:03:33: Die einzige Frage lautet ist es auch die Kultur, die wir haben wollen?
00:03:38: An dieser Frage dürfen sich jetzt die Qualität der Versuchungen.
00:03:41: viel Erfolg!
00:03:48: Was war sonst noch los diese Woche?
00:03:50: Die deutsche gesellschaftliche Qualität hat erstmals einen Nachhaltigkeitsbericht vorgelegt für das Jahr.
00:03:57: Auf siebzehn Seiten beschreibt die DGQ ihre wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Aktivitäten.
00:04:03: Grundlage ist der freiwillige Nachheiligkeitsstandard der European Financial Reporting Advisory Group.
00:04:08: Interessant dabei ist weniger der Inhalt als das Signal.
00:04:11: Eine Organisation Die anderen, die Management-Systeme erklärt Legt ihr eigenes offen?
00:04:17: Spannend!
00:04:18: Zweite Meldung Der Messtechnikhersteller AdCoal steigt in Deutschland in die Fertigung kompletter Wellenmessmaschinen ein.
00:04:25: Die Ad-Cole GmbH ist die Tochter der amerikanischen Ad-Call LLC.
00:04:30: Am Standort Rickenhausen ist dafür ein neuer Produktionsbereich entstanden, bisher kam die Endmottage aus den USA – also auch mal nicht nur America First!
00:04:40: Und nochmal zur Revision der ISO-Multi-Eineins Wir haben auf QZOnline.de einen tabellarischem Überblick veröffentlicht.
00:04:47: Die wichtigsten Änderungen und Ergänzungen gegenüber der Neuntausend Eins aus zwei Tausend Fünfzehn.
00:04:51: Grundlage ist der Final Draft, Stand Mai.Zwanzig-Sächsundzwanzig.
00:05:02: Ein Fall aus unserem Expertenforum zur IATF-Sechzehnneunvierneuen und er ist typischer als es zunächst klingt!
00:05:09: Ein Unternehmen mit fünf Standorten – zwei in Deutschland, je einer in den USA, in Serbien oder Mexiko will im Konzernschema zertifizieren.
00:05:17: Businessplanung, Prokuramententwicklung, Vertrieb und Finanzen sind zentral aufgestellt mit Zugriff und Einfluss auf die Standorte.
00:05:25: Die Frage des Lesers sind diese zentrale Funktionen Remote Locations?
00:05:29: Und wie läuft die Zertifizierung ab – erst die Zentrale dann die Werke?
00:05:33: Dahinter steckt mehr als Formalismus!
00:05:35: Wer Funktionenzentralisiert verlagert damit auch Verantwortung und die muss im Auditschema abgebildet sein sonst prüft am Ende niemand die Stelle an der entschieden wird.
00:05:45: Unser Experte Hartmut Ide beantwortet den Fall im Detail.
00:05:49: Den Link finden Sie in den Shownotes.
00:05:58: Damit zur Nachhaltigkeit ESG entwickelt sich von der Berichtspflicht zum strategischen Instrument für Steuerung, Resilienz und bessere Entscheidungen.
00:06:07: Der Vorschlag ist, ESG nicht als eigenen Berichtsstrang zu führen sondern in Strategie-Management und bestehende Steuerungssysteme zu integrieren.
00:06:15: Dazu braucht es vier Bausteine eine gezielte Bestandsaufnahme die doppelte Wesentlichkeitsanalyse ein systematischer Steakholge der Dialog und eine belastbare Datenarchitektur.
00:06:27: Auch Unternehmen ohne unmittelbarere Berichtspflicht werden ESG Informationen liefern müssen Nicht wegen Brüssel sondern weil der Kunde oder der Versicherer danach fragen.
00:06:38: Die Empfehlung lautet deshalb ein schlankes, möglichst automatisiertes ESG Minimum verknüpft mit Finanzsteuerung, Risikomanagement und Lean-Aktivitäten.
00:06:46: Kurz gesagt behandelt es wie eine Kennzahl nicht wie eine Bruggeure.
00:06:58: Und jetzt der Teil in dem das Nachweisen tatsächlich in der Halle stattfindet!
00:07:02: Wir haben zehn industrielle Anwendungsfälle der Anomalie-Dediktion ausgewertet.
00:07:06: Der entscheidende Unterschied zur klassischen KI Prüfung braucht keine Fehlerbilder.
00:07:11: Das Modell lernt, wie ein gutes Teil aussieht und meldet alles was davon abweicht.
00:07:16: Für die Praxis ist das der eigentliche Hebel Denn Fehlerbilden in ausreichender Zahl hat kaum jemand.
00:07:23: Wer gutfertigt produziert zu wenige Ausschussteile um damit eine KI zu trainieren.
00:07:28: Die Bandbreite der Fälle ist beachtlich Spritzkurs, Kunststoff, MIM und Gustteile, Platinen, Maschinenkomponenten, Lebensmittel, Bandmaterialien, schwer zugängliche Innenoberflächen sogar Radardaten.
00:07:41: Je nach Datensatz lagen die Klassifikationsgenauigkeit- und FI-Cores zwischen ninety- vier Prozent und hundert Prozent.
00:07:48: Diese Spanne ist wichtig – ich betone sie bewusst!
00:07:50: Das ist kein Durchschnitt, das eine Bandbreite über sehr unterschiedliche Aufgaben.
00:07:55: Die Stärken liegen bei kleinen Serien, wechseln Produkten natürlicher Bauteilvarianz und hohem manuellen Prüfaufwand.
00:08:02: Für jede Aufgabe taugt das Verfahren nicht.
00:08:04: Modellwahl, Wirtschaftlichkeit und Produktionsumgebungen müssen projektspezifisch bewertet werden.
00:08:09: Die vollständige Auswertung mit allen zehn Fällen finden Sie unter kurzitplus auf kurzitonline.de.
00:08:18: Zum Schluss ein Termin der genau zum Thema der Woche passt.
00:08:21: Am siebenundzwanzigsten September wird die EMCO-Richtlinie verbindlich anwendbar umgesetzt in Deutschland über das Gesetz gegen den unlauteren Wettwerb.
00:08:30: Pauschale Umweltaussagen wie klimaneutral, umweltfreundlich oder biologisch abbaubar sind dann ohne belastbaren Nachweis unzulässig.
00:08:38: Produktbezogene Klimaneutralitätswerbung die allein auf Kompensation beruht fällt ganz weg.
00:08:44: auch Zukunftsversprechen sind nur noch unter strengen Voraussetzungen erlaubt.
00:08:47: Formal richtet sich das an die Verbraucherkommunikation.
00:08:51: Jetzt denkt, im BtoB sei man fein raus, sollte trotzdem hinschauen.
00:08:55: Wenn ihr Kunde seine Claims belegen muss wird er die Nachweise bei Ihnen anfordern.
00:09:00: Nachweispflichten wandern die Lieferkette hinauf – das kennen wir aus jeder Regulierung der letzten zehn Jahre.
00:09:06: Der TÜV Süd bittete zu am sechzehnten September ein Eintagesseminar online für Marketing-Kommunikation recht und Produktmanagement.
00:09:14: Links in den Show notes Das war's mit FaktorQ.
00:09:17: Wenn es Ihnen gefallen hat, freuen wir uns über ein Like oder dass Sie es weiter erzählen an Ihre Kolleginnen und Kollegen!
00:09:23: Mein Name ist Wolfgang Kreuzlich und ich freue mich wenn Sie demnächst wieder hier rein
00:09:37: hören.
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