Wer traut sich, KI freizugeben?

Shownotes

Wie lässt sich KI im Qualitätsmanagement freigeben, wenn lernende Systeme sich laufend verändern? Diese Folge zeigt, welche Rolle klare Grenzwerte, messbare Kennzahlen sowie der neue VDA-Band, ISO 42001 und EN 18286 dabei spielen – und blickt außerdem auf aktuelle Themen aus Qualitätssicherung, ESG, Energiemanagement und Inline-Prüfung.

Der Inhalt dieser Folge im Schnelldurchlauf:

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Musik: MusicRevolution - stock.adobe.com, FineTune Music - stock.adobe.com

Die Stimme im Intro, Outro und den Rubrikentrennern wurde mit KI generiert.

Transkript anzeigen

00:00:01:

00:00:09: Herzlich willkommen bei FaktorQ.

00:00:11: Schön, dass Sie wieder da sind!

00:00:13: Heute geht es um eine Frage die auf Messen und den Hochglanzprospekten kaum gestellt wird – und die trotzdem über Erfolg oder Scheitern von KI im Qualitätsmanagement entscheidet.

00:00:25: Die Lage ist schnell erzählt.

00:00:27: alle wollen KI.

00:00:28: Generative KI schreibt CRQ-Berichte, sie schlägt FMIA Zeilen vor.

00:00:33: Sie entlastet Fachkräfte die es ja leider immer weniger gibt.

00:00:37: Soweit die Verheißung.

00:00:39: Die Wirklichkeit sieht oft anders aus Denn irgendwann kommt der Moment in dem irgendjemand seinen Namen unter die Systemfreigabe setzen muss und da wird das oft still im Raum.

00:00:51: Die Wahrheit ist diese Hürde ist keine technische, sie ist eine uhrqualitäterische.

00:00:57: Wie validiert man ein System, das sich mit jedem Datensatz verändert?

00:01:02: Das gesamte Normenwerk des Qualitätsmanagement baut auf Wiederholbarkeit.

00:01:06: Ein validierter Prozess tut morgen derselbe wie heute und am besten auch übermorgen.

00:01:11: Adaptive KI verspricht das Gegenteil.

00:01:14: Sie wird besser indem sie sich verändert.

00:01:17: Mark Huber, Professor an der Universität Stuttgart, sagt schon seit Jahren KI ist zu oft eine Blackbox.

00:01:23: Die Qualitätssicherung brauche erklärbare Systeme, die Mensch müsse nachvollziehen können was die Maschine entscheidet.

00:01:30: Das aber ist nach dem heutigen Stand der Technik bei KI kaum möglich.

00:01:35: Aber Verstehen und Freigeben das sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

00:01:40: Mit den richtigen Regeln kann man auch freigeben was man nicht so ganz versteht.

00:01:45: Und jetzt die gute Nachricht Die Regelwerke sind da, nicht nur angekündigt.

00:01:49: Nicht irgendwie in Arbeit!

00:01:51: Sie sind DA!

00:01:53: Erstens der neue VDA-Band zu KI im Qualitätsmanagement.

00:01:57: Er widmet sich ausdrücklich der Freigabe.

00:02:00: Sein Rezept ist dabei erstaunlich bodenständig.

00:02:02: Feste Regeln, klare Grenzwerte, Pilotierung mit harten Kennzahlen Ausschussquote, falsch am Laremrate – also bekanntes Terrain.

00:02:11: Zweitens die ISO-Ausgleiche.

00:02:15: Seit gut zwei Jahren gibt es damit ein auditierbares Management System, das lernende Systeme ausdrücklich einschließt.

00:02:23: Und drittens die EN-Achzen-Zwo-Achtzechs gerade erst angenommen.

00:02:28: Sie übersetzt das Qualitätsmanagement dass der EU AI Act verlangt in eine konkrete Norm.

00:02:35: Die Werkzeuge liegen also auf dem Tisch.

00:02:38: Benutzt werden sie noch erstaunlich selten.

00:02:41: Vielleicht hilft da ja mal ein Bild aus der Backstube.

00:02:43: Ein KI-Modell zu validieren ist weniger wie ein Messmittel zu kalibrieren, es ist eher wie einen Sauerteig.

00:02:51: Der lebt, der verändert sich täglich und trotzdem weiß jeder Bäcker ziemlich genau wann er gut ist weil er seine Grenzwerte kennt, weil er Routinen hat und weil er regelmäßig prüft.

00:03:02: Zugegeben, ein Rest Zurückhaltung ist gesund.

00:03:05: Blinder KI glaube wäre eher eine schlechte Berufskrankheit.

00:03:09: aber ein Paradox sollte der Branche zu denken geben Ausgerechnet die Qualität.

00:03:15: Die Qualitätszunft hat doch Prozessfähigkeits-Kennwerte erfunden, Stichprobenpläne Annahme grenzen und ausgerechnet sie sollen nun mit einem Werkzeug fremdeln das Wahrscheinlichkeiten liefert.

00:03:26: Wahrscheinlichkeit zu beherrschen war immer ihr Beruf.

00:03:30: es wäre seltsam damit ausgerechnet jetzt aufzuhören.

00:03:33: Die Frage lautet also nicht mehr ob sich KI frei geben lässt.

00:03:47: Fangen wir mit einer Meldung an, die mich diese Woche gefreut hat.

00:03:50: Milliarden Produkte werden jedes Jahr in Folie eingeschweißt.

00:03:54: In der Medizintechnik und in der Lebensmittelindustrie müssen diese Verpackungen dicht sein – zuverlässig!

00:04:00: Jedes Mal.

00:04:01: Bisher heißt prüfen dort meist Stichprobenemen Naht aufreißen Auswerten.

00:04:07: Man zerstört was man prüft Und man prüf nur einen Bruchteil.

00:04:11: Im Projekt OCT Inline haben Vorstatt des Fraunhofer IKTS ein Prüfsystem entwickelt, das die Naht schon während des Siegelns ansieht.

00:04:20: Zerstörungsfrei in Echtzeit bis in den Mikrometerbereich.

00:04:24: Das Verfahren heißt optische Kohärenztomographie.

00:04:27: Es arbeitet mit nahinfrarotem Licht und stammt ursprünglich aus der Augenheilkunde.

00:04:32: Poern, Lufteinschlüsse und unzureichend verschweißte Bereiche werden dreidimensional sichtbar ohne dass jemand die Packung öffnet.

00:04:40: Beteiligt war neben dem IKTS auch das Fraunhofer IVV, der Verpackungsmaschinenhersteller Kalfas als Koordinator und EMM Electronics.

00:04:49: Er probt oder das Ganze am Verpacken von OP-Decken.

00:04:54: Wenn Sie beim Thema optisches Messen gerade hellhörig geworden sind – Der Fraunhoefer Geschäftsbereich Vision setzt seine Seminarreihe fort.

00:05:01: Optische drei D-Messtechnik für die Qualitätssicherung in der Produktion, am siebten und achten Oktober in Fürth.

00:05:07: Tag eins bringt die theoretischen Grundlagen der gängigen Messverfahren, Softwareansätze, einen Blick in die relevanten Normen und Praxisanwendungen.

00:05:14: Tag zwei ist Demonstration an unterschiedlichen Messsysteme.

00:05:18: Sie können eigene Proben mitbringen und testen lassen.

00:05:27: Eine Frage aus unserem Expertenforum – sie wird selten gestellt und regelmäßig unterschätzt.

00:05:32: Welche Rolle spielt eigentlich das G in ESG?

00:05:38: Environmental versteht jeder.

00:05:40: Das S wie Social auch, AVG, Governance, Leitungsstrukturverantwortlichkeiten, Kontrolle, Compliance – das ist der Buchstabe wird in einem wenigsten gesprochen wird.

00:05:52: Dabei entscheidet er darüber ob die beiden anderen überhaupt funktionieren.

00:05:57: Ohne klare Zuständigkeit bleibt jedes Umweltziel eine Absichtserklärung.

00:06:01: Unser Expertin Prof.

00:06:03: Dr.

00:06:03: Linda Chalupova von der Hochschule Fulda ordnet das im Forum ein.

00:06:07: Den Link finden Sie in den Show-Notes.

00:06:16: Womit wir beim nächsten Beitrag werden, denn der beantwortet genau die Anschlussfrage – wie wird aus einem Klimaziel eine Maßnahme?

00:06:24: Klimatransitionspläne beschreiben den Weg zu Netto Null.

00:06:27: Sie orientieren sich meist an den Vorgaben der Science Based Targets Initiative und am einen halben Grad Ziel.

00:06:33: Grundlage sind Klima-Risiko-Analysen, ein Corporate Carbon Footprint und Reduktionsziele für Scope I, II und III.

00:06:40: Nur – Ein Plan ist noch keine Steuerung!

00:06:44: Und hier kommt etwas ins Spiel das viele Unternehmen längst im Haus haben….

00:06:47: Das Energiemanagement System nach ISO Fünfzigtausend Eins.

00:06:52: Es liefert genau das was dem Klimaplan fehlt Verbrauchsdaten, Messstrukturen etablierte Steuerungsprozesse Smart-Meaturing und Energiemanagement.

00:07:01: Software verbessern Datenqualität, Monitoring und Berichterstattung.

00:07:05: Die Empfehlung des Beitrags lautet deshalb Klimaziele mit Energiezielen verzahnen – Mit Maßnahmenprogrammen, mit Menschenbewertungen, mit Investitionsentscheidungen.

00:07:14: Und dabei drei Dinge mitdenken die gern hinten runterfallen Wachstum künftige CO² Preise und die Restemissionen, die sich nun einmal nicht vermeiden lässt.

00:07:25: Dann wird aus dem Energiemanagement die Schnittstelle zwischen operativer Umsetzung und strategischer Führung.

00:07:31: Den Vollständig weitergelesen Sie mit QZ+.

00:07:42: Und zum Schluss noch einmal Bildverarbeitung, diesmal an einem Produkt bei dem der optische Eindruck nicht Nebensache ist sondern das Produkt selbst.

00:07:49: Es geht um Lippenstifte.

00:07:51: Ein Lippendift mit einem Kratzer oder einer kleinen Marke ist technisch völlig in Ordnung.

00:07:55: Er funktioniert, er malt den Mund an und tut was er soll.

00:07:59: Aber er ist eher unverkäuflich weil bei Kosmetik das Aussehen das Versprechen ist.

00:08:04: Genau deshalb ist die Inline Prüfung hier anspruchsvoll.

00:08:07: es gibt keine Toleranz die man aus einer Norm ableiten könnte.

00:08:11: Es gibt nur die Erwartungen der Kundin.

00:08:14: Wir haben uns angesehen wie die Firma EVT iVision Technology das löst.

00:08:19: Nach Herstellerangaben kommen je nach Prüfaufgabe zwei D- und Farbkameras zum Einsatz, dazu drei D-Sensoren und KI basierte Werkzeuge.

00:08:27: Erkannt werden Formabweichungen, beschädigte Spitzen, Risse, Dellen, Partikelfarbfehler und unregelmäßige Oberflächen.

00:08:34: Dazu kommt natürlich noch die Verpackung – auch Etiketten, Kappen, Barcodes, Data Matrix Codes, Chargennummern und Mindesthaltbarkeitsdaten letztere auch per Texterkennung.

00:08:45: Der praktische Kniff liegt aber woanders.

00:08:47: Die Prüfprogramme entstehen über eine grafische Drag & Drop Oberfläche, wenn sich Design, Farbe, Verpackung oder Toleranzen ändern und in der Kosmetik ändert sich das ständig dann muss niemand neu programmieren!

00:09:02: Wenn Ihnen unsere heutige Tour von der KI über Beutel für OP-Decken bis zur Lippenstift Spitze gefallen hat, dann empfehlen Sie uns weiter und abonnieren sie den Podcast falls Sie es noch nicht haben.

00:09:13: Alle Links von heute finden Sie wie immer in den Show Notes.

00:09:16: Ich bin Wolfgang Kräuslich und das war Faktor Q. Bis zur nächsten Woche wünsche ich Ihnen viel Quality Time!

00:09:23: Das war Factor Q, ein kompakter Wochenrückblick für die Qualitätswelt direkt aus der Redaktion des Fachmediums QZ.

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