Der Faktor Mensch
Shownotes
Was bringt die beste Six-Sigma-Lösung, wenn sie in der Praxis niemand umsetzt? Diese Folge beleuchtet den Faktor Mensch – und liefert außerdem Neues zu Informationssicherheit, Akkreditierung, Lieferantenwechseln, KI und Nachhaltigkeit, Dichtheitsprüfung sowie industrieller Bildverarbeitung.
Der Inhalt dieser Folge im Schnelldurchlauf:
- Der Faktor Mensch: Prof. Dr. Dr. Thomas Münster plädiert für ein „ganzheitliches Six Sigma“: Nicht nur Prozessdaten, sondern auch Widerstände, Erwartungen und Befürchtungen können darüber entscheiden, ob Verbesserungen tatsächlich umgesetzt werden. Dissertation von Thomas Münster
- Quality News: Consense nutzt die eigene Software Consense GRC für das nach ISO 27001 zertifizierte Informationssicherheits-Managementsystem. Mit Consense GRC zum wirksamen ISMS, die DAkkS will Akkreditierungsverfahren mit neuen Referenzgeltungsbereichen und fachbereichsspezifischen Antragsformularen transparenter gestalten sowie Aufwand, Kosten und Bearbeitungszeiten reduzieren. DAkkS reduziert Verfahrenslaufzeiten
- Quality Forum: Neuer Stahlhändler, neuer PPF? Bei einem Lieferantenwechsel nach IATF 16949 und VDA 2 kommt es darauf an, was im ursprünglichen PPF-Bericht dokumentiert wurde. Wechsel Lieferant bei normiertem Rohstoff
- Quality Leadership: KI kann Nachhaltigkeitsversprechen systematisch analysieren – aber aus falschen oder selektiven Ausgangsdaten keine verlässlichen Aussagen machen. Multimodale RAG-Systeme sollen Behauptungen nachvollziehbarer mit verifizierten Quellen verbinden. KI macht Nachhaltigkeitsaussagen überprüfbar
- Quality Manufacturing: Wie prüft man versiegelte Elektronik, Sensoren oder Medizinprodukte zerstörungsfrei auf Leckagen? Pneumatische Verfahren und digitale Prüfsysteme ermöglichen Dichtheitsprüfung inklusive Pass-Fail-Entscheidungen, Archivierung und Rückverfolgbarkeit. Leak Testing für versiegelte Komponenten
- Terminhinweis: Beim 94. Heidelberger Bildverarbeitungsforum am 3. November in Ilmenau stehen Qualitätssicherung, industrielle Bildverarbeitung und der Einsatz maschinellen Lernens unter realen Produktionsbedingungen im Mittelpunkt. 94. Heidelberger Bildverarbeitungsforum
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Die Stimme im Intro, Outro und den Rubrikentrennern wurde mit KI generiert.
Transkript anzeigen
00:00:01:
00:00:09: Kennen Sie das?
00:00:10: Die QM-Abteilung entdeckt systematische Qualitätsmängel in der Fertigung.
00:00:14: Findet die Ursache, entwickelt eine Lösung, übersetzt sie in konkrete Vorgaben und in derfertigungen arbeiten trotzdem alle weiter wie bisher.
00:00:22: Professor Dr.
00:00:24: Thomas Münster von der Technischen Hochschule Köln beschäftigt sich mit genau diesem Problem.
00:00:29: Er untersucht, wie sich Six Sigma Projekte besser in die betriebliche Praxis übersetzen lassen.
00:00:35: Ich bin Thomas Münster vergangene Woche auf der Fachkonferenz des European Six Sigma Clubs Deutschland in Heidenheim begegnet.
00:00:42: Auf meine Frage hin, woran dieser Praxistransfer denn konkret scheitert, erklärte er mir?
00:00:47: Die Methode Six Sigma selbst – also die Statistik und der D-Mikeprozess funktionieren hervorragend.
00:00:53: Jedoch so Thomas Münstern
00:00:55: Die Herausforderung dabei ist, dass wir den menschlichen Faktor nicht aus meiner Sicht nicht ausreichend bemühen.
00:01:02: Und wenn beispielsweise die Mannschaft – das heißt also die Damen und Herren, die letztendlich dem Prozess leben dürfen, es nicht umsetzen, dann können wir die tollsten Daten analysen, die tollste Projekte fahren.
00:01:18: Es wird halt nicht
00:01:19: umgesetzt.".
00:01:20: Thomas Münster plädiert deshalb für ein ganzheitliches Six Sigma wie er es nennt.
00:01:25: Ganzheitliches Six Sigma bedeutet an der Stelle, dass wir angefangen von der Define-Phase bis hin zu Kontroll den Menschen mehr integrieren und schlichtweg seine Gedanken, seine Befürchtungen, Erwartungen sorgen und nöte schlicht weg mit aufnehmen.
00:01:42: Und ihn daraufhin von vornherein inkludieren.
00:01:46: Muss der mit allen statistischen wassangewaschenden Six Sigma Black Belt nun also auch noch zum Psychologen werden?
00:01:53: Nein sagt Thomas Münster!
00:01:55: Er möchte die Methode Six Sigma vielmehr mit ihren eigenen Mitteln erweitern.
00:01:59: Auch den Menschen kann man, beziehungsweise seine Gedankenbefürchtung sorgen nötig
00:02:04: usw.,
00:02:06: kann man sehr wohl messtechnisch aufnehmen, analysierbar machen.
00:02:13: es gibt diverseste Analyseformen das funktioniert.
00:02:16: Eine interessante Idee wie ich finde.
00:02:18: Die Einbeziehung des menschlichen Faktors soll also nicht weniger sondern mehr Six Sigma bedeuten Denn Prozesse bestehen eben nicht nur aus Maschinen, Messwerten und Kennzahlen.
00:02:28: Menschen müssen Veränderungen verstehen akzeptieren und schließlich auch umsetzen.
00:02:32: Widerstände Erwartung und Befürchtungen werden damit selbst zu Faktoren die über den Erfolg oder Misserfolg eines Verbesserungsprojekts entscheiden können.
00:02:40: Ob sich diese menschlichen Einflussgrößen tatsächlich ähnlich systematisch erfassen lassen wie Prozessdaten Das muss die Praxis zeigen.
00:02:48: Möchten Sie mehr über diesen Ansatz erfahren?
00:02:50: Thomas Münsters' Dissertation steht bei der Universitätsbibliothek Wuppertal zum kostenlosen Download bereit.
00:02:56: Den Link dazu finden Sie in den Show-Nauts dieser Episode!
00:02:59: Und damit herzlich willkommen zu FaktorQ, dem Qualitätspodcast der QZ – schön dass sie wieder dabei sind.
00:03:10: Wir machen weiter mit den Quality News und beginnen mit der Informationssicherheit.
00:03:15: Der Softwareanbieter Consens ist nach ISO-Siebenzwanzigtausend Eins zertifiziert worden.
00:03:20: Beim Aufbau des dafür notwendigen Informationssicherheitsmanagementsystemes setzte das Unternehmen auf seiner eigene Software ConsentsGRC.
00:03:29: Mit der Lösung lassen sich Anforderungen, Assets und Schutzbedarfe erfassen, Risiken bewerten und entsprechende Schutzmaßnahmen planen.
00:03:36: Verantwortlichkeiten und Fortschritte werden dokumentiert, automatisierte Erinnerung und Dashboard sollen zusätzlich für Transparenz sorgen.
00:03:43: Consens hatte die Software ursprünglich für die eigene CISES-Zwölfzertifizierung entwickelt und anschließend um ein integriertes Risikomanagement erweitert.
00:03:51: Inzwischen steht sie auch anderen Unternehmen zur Verfügung, der Ansatz zeigt wie sich Informationssicherheit mit bestehenden Managementsystemen verbinden lässt.
00:03:59: Consens GAC kann in die Plattform für Qualitäts-und integrierte Management Systeme eingebunden werden.
00:04:05: Informationen aus unterschiedlichen Management Bereichen lassen sich dadurch gemeinsam nutzen und Doppelarbeit vermeiden.
00:04:11: Und auch bei der nächsten Meldung bleiben wir bei formalen Management-Prozessen wechseln aber von einer Zertifizierung zur Akkreditierung.
00:04:17: Die Deutsche Akkreditierungsstelle kurz DAX überarbeitet schrittweise die Darstellung der akkreditierten Geltungsbereiche von Kalibrierlaboratorien, neue Referenzgeltungsbereich und Fachbereich spezifischer Antragsformulare sollen Verfahren transparenter machen und gleichzeitig Aufwandkosten und Bearbeitungszeiten reduzieren.
00:04:34: Die erste Referenzdarstellung für die Kalibrierung von parallel Endmaßen ist bereits verfügbar und weitere Messgröße sollen in regelmäßigen Abständen folgen.
00:04:43: Kalibrierlaboratorien empfiehlt die DAX mit Anträgen auf flexible Geltungsbereiche der Kategorien B oder C zu warten, bis für die jeweilige Messgrösse entsprechende Referenzgeltungs Bereiche veröffentlicht wurden.
00:05:00: In unserem Quality Forum geht es heute um eine Detailfrage aus der Automobilpraxis nach IATF-XVI, IX und VDR II.
00:05:08: Ein Unternehmen verarbeitet normierte Rundstahl zu einem zeichnungsgebundenen Bauteil.
00:05:13: Nun soll der Händler für den Stahl gewechselt werden?
00:05:15: Muss diese Änderung dem Kunden angezeigt unter einen ÄnderungsPPF durchgeführt werden?
00:05:20: Entscheidend ist laut unserem Experten Hartmut Ide was ursprünglich im PPF Bericht dokumentiert wurde Wurde dort ausdrücklich festgehalten, dass der Stahl von einem bestimmten Unterlieferanten stammt, verändert ein Lieferantenwechsel die Grundlage der ursprünglichen Freigabe.
00:05:33: Dann wäre auch eine Änderungsppfw durchzuführen.
00:05:36: Wurden dagegen lediglich dokumentiert das Bauteil aus normiertem Rundstall besteht?
00:05:41: Ändert sich diese Grundlage durch den Erhändlerwechsel nicht – in diesem Fall sollte der Kunde aber über den Wechsel informiert werden!
00:05:46: Die ausführliche Antwort finden Sie über den Link ins Show-Notes.
00:05:56: In unserer Rubrik Quality Leadership geht es heute um künstliche Intelligenz und um die Frage, wie glaubwürdig Nachhaltigkeitsversprechen eigentlich sind.
00:06:05: Nachhaltighalsberichte enthalten inzwischen enorme Mengen Informationen.
00:06:10: KI kann dabei helfen diese Datensystematisch auszuwerten und konkrete Umweltziele aus umfangreichen Dokumenten herauszufiltern.
00:06:17: Systeme wie Goal-Spotter zerlegen Nachhaltigkeitsversprechen beispielsweise in einzelne Bestandteile, wie Maßnahme, Menge, Kennzahl, Ausgangswert und Frist.
00:06:26: Aussagen verschiedener Unternehmen werden dadurch strukturierter und besser vergleichbar.
00:06:30: Allerdings bleibt ein grundsätzliches Problem – liefert ein Unternehmen falsche oder selektive Informationen kann auch eine KI daraus keine verlässliche Nachhaltigkeitsaussage machen.
00:06:40: Hinzu kommt das bekannte Risiko der Sprachmodelle Inhalte haluzinieren.
00:06:44: Eine mögliche Antwort darauf sind multimodale RACS-Systeme.
00:06:48: Sie verknüpfen Aussagen mit überprüfbaren Texten, Tabellen und Grafiken aus verifizierten Quellen.
00:06:53: Behauptungen lassen sich dadurch nachvollziehbare belegen oder aber als unbegründet kennzeichnen.
00:06:59: KI kann die Analyse und Vorprüfung also erheblicher leichtern – die abschließende Bewertung, die ethische Einordnung und die Verantwortung für die veröffentlichten Aussagen bleiben jedoch natürlich bei Menschen.
00:07:09: Mehr dazu erfahren sie im zugehörigen Fachartikel, den wir für Sie in den Schauenort verlinkt haben!
00:07:20: Im Quality Manufacturing geht es heute um die Frage, ob wirklich dicht ist was dicht sein soll.
00:07:26: Versiegelte Elektronik, Sensoren oder Medizinprodukte müssen zuverlässig für Feuchtigkeit Staub und anderen Verunreinigungen geschützt werden.
00:07:33: Paramatische Dichtheitsprüfung ermöglichen erst solche Komponenten zerstörungsfrei auf Lekagen zu untersuchen.
00:07:39: Welche Prüfmethode geeignet ist?
00:07:41: hängt unter anderem ab von Geometrie, Innenvolumen, Empfindlichkeit und der verfügbaren Taktzeit.
00:07:47: Für vollständig versiegelte Produkte bietet sich beispielsweise die sogenannte Glockenprüfung an.
00:07:52: Dabei wird das Bauteilen einer Prüfkammer einem kontrollierten pneumatischen Zyklus unterzogen.
00:07:57: Differenzielle Verfahren können zusätzlich Umwelteinflüsse kompensieren und dadurch stabilere Messergebnisse ermöglichen.
00:08:03: Digitale Prüfsysteme übernehmen dabei zunehmend mehr als die reine Messungen.
00:08:07: Sie könnten per S-Feldentscheidung treffen Ergebnisse archivieren Auditrails erzeugen und damit eine durchgängige Rückverfolgbarkeit unterstützen.
00:08:15: Gerade in automatisierten Fertigungsprozessen wird die Dichtheitsprüfung, damit zu einem integrierten Bestandteil der Qualitätssicherung.
00:08:22: Zum Abschluss haben wir wieder ein Veranstaltungstip für Sie.
00:08:25: Am dritten November findet in Ilmenau das四neunzigste Heidelberger Bildverarbeitungsforum statt.
00:08:31: Im Mittelpunkt steht diesmal die Qualitätssicherung mit industrieller Bildverarbeiten.
00:08:36: Durch den wachsenden Einfluss des maschinellen Lernens stellt sich auch hier zunehmend die Frage welche Verfahren unter realen Produktionsbedingungen zuverlässig funktionieren.
00:08:45: Vorgestellten Verglichen werden neue Beleuchtungs-, Aufnahme- und Auswertemethoden, außerdem geht es darum wo KI bereits robuste Systemlösungen und Prozessoptimierung ermöglicht – auch wo ihre Gänzen liegen!
00:08:57: Eine begleitende Ausstellung sowie Institutsführungen im Fachgebiet Qualitätssicherung oder industrielle Bildverarbeitung der TU Ilmenau runden das Programm ab.
00:09:05: Und das war's noch schon wieder mit Faktokur für diese Woche.
00:09:07: Alle angesprochenen Beiträge und Meldungen finden sie auf qz-online.de und über die linksten Shownotes.
00:09:13: Abonnieren Sie unseren Podcast, damit Sie keine Folge verpassen!
00:09:16: Schreiben Sie uns Ihre Meinung und lassen Sie gerne eine fünf Sterne Bewertung da – wir hören uns nächste Woche wieder.
00:09:21: Tschüss und bis
00:09:32: dann!
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